Skip to content

Fallout 3 – Kritische Reflektionen in Hinsicht auf einen offiziellen 4. Teil

06/05/2010

Eine Menge  Informationen zum nächsten Kapitel in der Fallout Reihe erreichten nahezu alle großen und kleinen Spielepublikationen, ob off- oder online. Was Entwickler Obsidian da alles an Bildern und Details zu Fallout Las Vegas rausgerückt hat, sieht hierbei auch recht viel versprechend aus: Rückkehr zum West-Coast-Setting, verbessertes VATS-System, Waffen Modifikationen, alte Bekannte aus den Teilen 1 & 2 etc.pp. Einige Stimmen in der Fachpresse reden schon vom „echten“ Fallout 3. Im Herbst diesen Jahres werden wir dann alle (hoffentlich) unser eigenes Fazit ziehen dürfen. An dieser Stelle möchte ich die ganzen Einzelheiten zu Fallout Las Vegas nun nicht noch einmal zusammenfassen; dass haben, wie gesagt, schon genügend andere getan.

Der ganze News-Hype (hier ein Lob an die verantwortliche PR-Abteilung) veranlasste mich jedoch dazu, nochmals den offiziellen Vorgänger samt zugehöriger Add-ons durchzuspielen. Also griff ich mir meine Fallout 3 Game of the Year-Edition für die PS3 und begab mich erneut in die wohl bis dato größte Rollenspiewelt für Singleplayer – stets darauf achtend, was ich mir persönlich von einem offiziellen 4. Teil wünschen würde. Meine Eindrücke und Reflektionen gebe ich hier nun in zusammengefasster Form wieder; große Ausschweifungen zur Handlung oder dem grundsätzlichen Spielkonzept selbst gebe ich hierbei nicht, denn auch dazu haben schon viele (inklusive uns) tausende, tausende von Worten verfasst. Allein meine Kritikpunkte und Anregungen sollen hier aufgeslistet werden…auch auf die sehr große Gefahr hin, dass es keinen Arsch interessiert. Doch noch eine kleine Anmerkung zuvor: Die folgenden Punkte sind völlig subjektiv und ignorieren sämtliche technischen Einschränkungen, mit denen so ein Entwicklerteam zu kämpfen hat; vom wirtschaftlichen Druck ganz abgesehen. Falls jemand also auf diese Fakten hinweisen möchte, etwa mit  Kommentaren wie „toll, weißte wie lange man daran programmieren müsste?“ oder „weißte eigentlich wie teuer das wäre?“, sei hier schon im Voraus geantwortet: I don`t give a fuck.

Mehr optische Vielfalt

In Anbetracht der Dimensionen des Spiels, ist an der grafischen Präsentation an sich nichts auszusetzen. Das Design ist insgesamt sehr stimmungsvoll und trägt zur dichten Atmosphäre bei. Trotzdem wünschte ich mir schon eine größere Diversität bezüglich der Gesichter, bzw. derer Erscheinungsformen und Mimik. Bei aller ‚Individualiserbarkeit‘ des Hauptcharakters, es  fällt letztlich doch viel zu schnell auf, dass alle Modelle aus den gleichen, limitierten Elementen zusammengefügt sind. Klar, bei wenigen Überlebenden in einer postapokalyptischen Atomwüste ist das Potential groß, dass alle irgendwie mit einander verwandt sind – und sich ähnlich sehen; trotzdem muss ja nicht jeder Zweite die gleiche Frisur tragen wie sein/e Vorgänger/in. Ein Nachfolger sollte hier versuchen, im Rahmen der dann aktuellen technischen Möglichkeiten, möglichst einzigartige NPCs etc. zu kreieren. Dies würde die Authentizität der Spielerfahrung zusätzlich, wenn nicht gar wesentlich, erhöhen.Gleiches gilt für die Mimik, die wirklich auf das aller Wesentlichste reduziert zu sein scheint…auch hier ließe sich durch entsprechende Verbesserungen eine lebendigere Spielwelt erschaffen. In den dramatischsten Situationen schauen die Figuren um einen herum meist nur dumm aus der Wäsche. Ein paar zusätzliche Sprecher sollte man auch einstellen.

SpielLOGIK

Oft kommen im Spielverlauf merkwürdige, unfreiwillig komische Situationen zu Stande. Eine Szene, die mir hierzu einfällt, findet man auf dem Add-On Mothership Zeta: Zwei Entführungsopfer aus unterschiedlichen Zeitdimensionen unterhalten sich im Hintergrund über jene Geschehnisse die zum Great War und dem nachfolgenden nuklearen Holocaust führen. Beim ersten Mal hört man noch gespannt zu und freut sich über die Lebendigkeit der Charaktere. Wenn die selbe Situation sich aber wie im Leerlauf immer wiederholt, werden die Grenzen der Simulation in der man sich als Spieler befindet einmal mehr auf groteske Weise überdeutlich. Zahllose Beispiele findet man im gesamten Capital Wasteland und darüber hinaus. Fairerweise muss man sagen, dass es sich hierbei natürlich um ein grundsätzliches Problem von zeitgenössischen Computer- und Videospielen handelt. Dennoch sollten Entwickler penibel darauf achten, den Schein ihrer Spielwelt zu wahren und solche Makel zu vermeiden – um die Spiellogik nicht unnötig zu gefährden. Ein Nachfolger sollte noch etwas mehr Ressourcen in eine vernünftige AI investieren. Dies ist insgesamt aber nur ein ganz kleiner Kritikpunkt.

Mehr TEAMarbeit

Fallout übergeht ein entscheidendes Kriterium der Rollenspielgattung: es beschränkt sich auf nur einen Charakter, Kameraden begleiten einen nur selten und wenn, dann hat man nur eingeschränkte Kontrolle. Dieser Punkt soll in New Vegas schon überarbeitet worden sein. Trotzdem möchte ich nochmals hervorheben, dass ein Fallout 4 das „Party-Prinzip“ umarmen und verinnerlichen sollte. Macht meines Erachtens einfach mehr Spaß und würde auch den Kämpfen wie Konversationen mehr taktische Tiefe bzw. Vielfalt bescheren.

!!!BUG FIXES!!!

Das Spiel läuft alles andere als stabil – auf allen Systemen. aber besonders die PS3 Version scheint sehr unter zahlreichen Bugs zu leiden, Abstürze können jederzeit passieren…googelt das Problem und findet unzählige Diskussionen/Threads zum Thema. In Zeiten der Updates und Apps ist es zwar gang und geben, halbfertige Produkte auszuliefern (schlimm genug!!!), doch was sich die Macher und Publisher hier leisten ist eine schlicht  Frechheit. Mehr bleibt da nicht zu sagen, außer: Teil 4 zu Ende programmieren und ausführlich testen.  Obwohl solche Wünsche von gierigen Managern wohl auch in Zukunft überhört werden…

Es gibt sicher noch einiges mehr, allerdings möchte  mir gerade nichts Weiteres  in den Sinn kommen. Bei aller Kritik möchte ich es aber nicht versäumen, nochmals zu unterstreichen, dass Fallout 3 generell ein hervorragendes Spiel ist – von dem sich viele andere etwas annehmen sollten. Gespannt warte ich nun auf Fallout New Vegas, wobei mir  in Anbetracht der Bilder bereits schwant, dass die große nächste Revolution noch ausbleibt.

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 10/05/2010 12:33

    Im Gegensatz zu dir würde ich mir sogar noch weniger Team wünschen. Außer vielleicht irgendeinen Sammel-Bot, der Gegenstände aufklaubt und sich sonst vornehm zurückhält ;-). Irgendwie haben mich die Begleiter in Fallout 3 nie recht überzeugen können.

    • Dennis permalink
      12/05/2010 14:27

      Mit dem letzten Satz triffst Du den Nagel auf den Kopf – und genau hier gehen dann wohl auch die Wünsche an ein Fan-bestimmtes, optimiertes Sequel auseinander. Die Begleiter-Idee finde ich an sich alles andere als schlecht, aber die Umsetzung in Fallout 3 war bestenfalls dürftig; daher fände ich ein ordentliches Gruppen-System begrüßenswert, in dem man direkte Kontrolle über die einzelnen Mitglieder/Begleiter hat. Dies würde natürliche fundamentale Umwälzungen am grundsätzlichen Spielsystem erfordern. Es wäre aber eine Abwechslung zum „einsamen Helden“-Prinzip und könnte, bei kluger Durchführung, z.B. zu taktisch anspruchsvolleren, spannenderen Kämpfen führen. Überhaupt könnte intensivere soziale Interaktion mehr Spaß ins Gameplay bringen; Cool wäre ein Fallout, in dem man vom einfachen Laufburschen zum Bürgermeister o.ä. aufsteigen könnte. Kurz: Mehr Freiheit und Möglichkeiten im Umgang mit den NPC und der eigenen Spielerkarriere könnten das grundsätzlich hervorragende Spielprinzip noch interessanter machen.

      • 17/05/2010 12:52

        Ich weiß nicht, ob sich das wirklich gut umsetzen lässt, wenn Fallout so shooter-artig bleibt wie der dritte Teil. Vielleicht ginge es ja so ähnlich, wie in Mass Effect (wobei ich da bisher nur den ersten Teil gespielt habe und von dem Spiel generell nicht sooo vond en Socken war).

        Mehr Möglichkeiten für eine „Karriere“ der Spielfigur wären mMn abersuper. Wobei Fallout 3 in meinen Augen ohnehin schon riesig damit gepunktet hat, dass sich die Handlungen der Spielfigur so stark auf die Spielwelt auswirken, das fand ich hervorragend.

  2. Dennis permalink
    17/05/2010 14:20

    Die Kombination von Ego-Shooter und Party-RPG könnte tatsächlich eine etwas komplizierte Angelegenheit darstellen; ich persönlich vermied es jedoch größtenteils aus der Ego-Perspektive zu spielen. Die 3rd-Person-Perspektive gefiel mir besser weil man 1. mehr von seinem Charakter und der immer neuen Ausrüstung sah, 2. einen besseren Überblick hatte; ich muss aber zugeben, dass die Ego-Ansicht die Suche nach Items leichter machte.
    Bezüglich des Kampfsystems nutzte ich durchweg VATS, nur selten „Live-Action“…würde man VATS weiter verfeinern und einen fließenden wie zügigen Wechsel zwischen den Spielcharakteren ermöglichen, ließe es sich durchaus auf eine Kampfgruppe ausweiten. Aber wie gesagt, dass sind bloße Gedankenspiele.
    Wir werden ja bald sehen, welche Veränderungen Fallout Las Vegas bringt…und was man dann vielleicht von einem offiziellen 4. Teil erwarten kann.

Trackbacks

  1. Fallout New Vegas Termin bekannt: 22. Oktober… « The Verdict

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: