Skip to content

Stillos, überladen, unübersichtlich.

14/10/2009

Eine Polemik gegen das Establishment im Bereich „Spiele-Journalismus“ Online

Hunderte, wenn nicht tausende von Blogs und Webseiten informieren weltweit über Computer- und Videospiele. Alle bieten die letzten News, die ausführlichsten Tests, die geheimsten Tipps & Tricks, die tollsten Bilder und exklusivsten Videos. Laut, schrill und bunt wollen sie auf sich aufmerksam machen; ungefärbt, ehrlich und Spieler-nah wollen sie berichten.

Dass die meisten Online-Angebote  – gerade auch von etablierten, kommerziellen Fachmagazinen – dabei jedoch eine eher  miserable Figur abgeben, steht dem selbstauferlegten, hohen Ansprüchen diamentral entgegen. Namen sollen hier keine genannt werden; einzelne Seiten auseinanderzunehmen wäre unfair, ist  diese Gattung von Internetangeboten doch insgesamt von erheblichen qualitativen Mängeln gezeichnet (natürlich nur der Meinung des Autoren nach).

Hierbei soll aber  klargestellt werden: es geht in dieser Kritik vorrangig um die audio-visuelle wie organisatorische Präsentation – nicht unbedingt um die Aktualität bzw. Qualität  der bereitgestellten Informationen. Dieser Punkt ist bei Fachmagazinen / -webseiten zu bestimmten Produkten (wie eben Computer- bzw. Videospielen) sowieso stets heikel und diskutabel, kommt es doch oftmals häufiger als in anderen Genres zu Grenzauflösungen zwischen Journalismus und Werbung / PR. Dieses Fass soll  (heute zumindest) gar nicht erst aufgemacht werden. Nehmen wir einfach mal an, die meisten Angebote erfüllen doch noch  irgendwie ihre Aufgabe ‚objektiver‘ Information – jedenfalls soweit es die ökonomischen Rahmenbedingungen zulassen.

Wie gesagt, Auslöser des Unmuts ist heute die weit verbreitete Stillosigkeit vieler Spiele-Seiten, die leider häufig auch Unübersichtlichkeit beinhaltet. Überladenen Startseiten etwa,  die jeden freien Pixel mit Werbung/Bildern usw. vollstopfen müssen. Natürlich, man will alles nutzen und bietet lieber zu viel als zu wenig. Dass man damit aber dem User nicht unbedingt hilft, eine  bestimmte Information schnell und einfach zu finden, macht auch keine Suchfunktion wieder gut (oft sind die Suchmasken  ohnehin wenig effektiv und führen eher schlecht als recht zum Ziel). Klar, wir leben in einer Zeit der Informationsflut, aber einige Homepages treiben diesen Punkt bis zur Extreme. Eine klare Designschwäche auf Kosten des Besuchers – etwas mehr Minimalismus wäre hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit angebrachter.

Viele Websites sind auch einfach nur häßlich. Sie zeigen sich in bunten, nicht immer ganz harmonisch komponierten Farben oder lassen ihre Seiten von Werbeangeboten dominieren. Spaß macht das Lesen auf derlei Websites wirklich nicht; man absorbiert eher zügig die interessanten Meldungen / Berichte und verlässt die Orte der Nicht-Ästhetik schnellst möglich.

Daneben folgen viele Webpräsenzen immer noch einer sehr unseriösen, scheinbar allein auf Jugendliche abzielenden Linie. Klar, diese jungen Spieler sind ein wichtiger ökonomischer Faktor, doch ein nicht zu verachtender Teil der Konsumenten ist mittlerweile schon etwas älter; dementsprechend bestehen andere Ansprüche an Design und Sprache. Und diese Spieler sind auch wirtschaftlich bedeutsam, haben sie doch meist eine größere Kaufkraft als Schüler.

Kurzum: Sinn dieser zugegebenermaßen teils sehr harsch formulierten Polemik ist es, Anstöße zum Umdenken in der Konzeption von Internetangeboten bezüglich Computer- und Videospielen zu geben. Weniger kann oft mehr sein – ein alter Spruch der sich immer wieder bewahrheitet. Das Internet ist im Umbruch – der Umgang und das Verständnis dieses Medium verändert sich. So sollten sich auch viele Websites neu orientieren. Bunt und schrill ist dabei nicht mehr unbedingt state-of-the-art. Nicht jeder Leser ist unter 17. Für optisch etwas zeitgemäßere, seriösere Angebote (mit einem gewissen textlichem Niveau) wären dann vielleicht auch einige User eher dazu bereit, ihre Gratis-Mentalität gegenüber vielen Online-Inhalten zu überdenken. Vielleicht.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: