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Bombastisch bunt, laut und etwas komplex.

14/10/2009

Review: Final Fantasy Dissidia (PSP)

Quelle: http://gamernode.com/upload/manager///Review%20Images/Dissidia/dissidia1252169529.jpg

Ich weiß: dass Spiel kam vor über einem Monat raus und es gab schon zig Rezensionen / Tests. Aber ich habe es just durchgespielt und möchte daher nochmal meine persönlichen Reflektionen zu diesem Titel festhalten (dafür ist dieser Blog ja schließlich da).

Als ich vor einem Jahr hörte, mit Final Fantasy Dissidia würde das erste Beat `em`up der Serie erscheinen, waren Überraschung, aber auch Vorfreude meine ersten Reaktionen. Denn als überzeugter Jünger von Squares Hauptmarke habe ich sämtliche Teile inkl. der Tactics-Reihe gespielt. Daher war ich sehr gespannt, was für ein Programm dieses Dissidia wohl werden würde. In der Zeit vor dem Erscheinungstermin malte ich mir schon die verrücktesten Features, Charaktere, Attacken usw. aus. Ich besorgte mir das Spiel dann auch gleich am Tag der Veröffentlichung (in Deutschland), um all meine Spekulationen überprüfen zu können. Lest in diesem Review, warum diese zwar nicht ganz erfüllt, jedoch auch nicht völlig enttäuscht wurden – und weshalb sich Dissidia durchaus als sehr ‚spielenswert’ bewerten lässt…

Die Handlung:

Den Rahmen des Spiel liefert der Konflikt zwischen der guten Göttin des Lichts Cosmos und dem bösen Oberdämon Chaos (welch Innovation!). Auf beiden Seiten treten hierbei die Hauptcharaktere wie ihre Gegenspieler aus den Final Fantasy-Teilen 1 bis 10 an (coole Sache); zusätzlich sind Charaktere aus dem elften sowie zwölften Folgen freispielbar (macht`s noch cooler).

Die spielbaren Figuren sind:

  • Final Fantasy I: Held des Lichts  &  GarlandQuelle: http://i34.tinypic.com/4gj9j8.jpg
  • Final Fantasy II: Firion & der Imperator
  • Final Fantasy III: Zwiebelritter & Wolke der Dunkelheit
  • Final Fantasy IV: Cecil & Golbez
  • Final Fantasy V: Bartz & Exdeath
  • Final Fantasy VI: Terra & Kefka
  • Final Fantasy VII: Cloud & Sephiroth
  • Final Fantasy VIII: Squall & Artemisia
  • Final Fantasy X: Tidus & Jekkt
  • Final Fantasy XI: Shanntoto
  • Final Fanatsy XII: Gabranth

Jeder der guten Kämpfer wird nach dem eindrucksvollen Intro auf die Suche nach seinem – wer hätte das  gedacht – Kristall geschickt, um Cosmos den Sieg über ihren Kontrahenten und seine Truppe aus Ultrafieslingen zu ermöglichen. Dabei kommt es natürlich zu vielen, vielen handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Viel mehr ist da inhaltlich im Grunde nicht, auch wenn jeder der Protagonisten einen eigenen „Story-Modus“ hat. Dieser gestaltet sich allerdings nicht  sonderlich dynamisch, erst recht nicht überraschend oder gar spannend. Es werden eher die charakterlichen Unterschiede, persönliche Ziele etc. der verschiedenen Helden näher beleuchtet – jedenfalls ist das mein Eindruck. Am Ende gilt wie immer nur eines: das Bösen in seine Schranken zu weisen.

Die Spielmechanik

Wer  glaubte, dass es sich bei Dissidia um ein klassiches Prügelspiel à la Streetfighter oder Tekken handelt, wird rasch eines besseren belehrt. Square Enix selbst beschreibt das eigensinnige Genre als Dramatic Progressive Action: Im Story-Modus zieht Ihr Eure Figur Quelle:http://www.pspworld.com/sony-psp/2009/08/05/dissidia_psp_screenshot.jpgüber unterschiedliche Karten, die in Felder eingeteilt sind. Auf diesen können sich Boni, Zwischen- und eben Endgegner befinden. Unterbrochen werden die Spielzüge durch Cutscenes oder Dialoge, welche die Handlung vorantreiben.  Die Kämpfe finden dann in dreidimensionalen Arenen statt, durch welche man sich frei bewegen kann. Zuvor wählt ihr aber besondere Gegenstände oder Boni aus, die euren Zustand während des Duells beeinflussen.

Ob am Boden oder in der Luft: je nach gewähltem Charakter kann man nun seinen Gegner mit ganz unterschiedlichen Attacken / Schlag-Kombi in die Knie zwingen. Dabei sind drei Anzeigen von Bedeutung: die HP-, MP- und EX-Leiste. Erstere zeigt wie gewohnt den Gesundheitszustand eines Kombattanten , Zweitere seine Schlagkraft und Letztere die Möglichkeit zu Spezialangriffen an. Daneben lassen sich bis zu 50 aus dem Final Fantasy-Universum bekannte Esper beschwören (Monster, Geister usw. die effektive Attacken für Euch ausführen). Die Bösewichte können allerdings je nach Stufe sehr hartnäckige Gegenwehrleisten; so mancher Endboss bedarf mehrerer Versuche, bevor man eine effektive Strategie gefunden hat. Oder durch Glück und Zufall gewinnt. Denn vor allem zu Beginn des Spiels ist nicht immer ganz klar, was man wie machen soll – Konfusion ist gerade zuQuelle: http://fc04.deviantart.com/fs50/f/2009/256/e/b/Dissidia_Final_Fantasy_Special_by_SOLDIER_Cloud_Strife.jpgvorprogrammiert. Um das Kampfsystem so richtig zu verstehen und zu beherrschen sollte man in jedem Falle einige Übungsrunden drehen. Außerdem spielt sich jede Figur anders, daher braucht man etwas Zeit, bevor man alle Stärken und Schwächen kennengelernt hat. Anfangs probiert man viel herum. Erst später findet man zu taktischer Finesse. Hauptgrund dafür ist die von anderen Beat `em`ups abweichende Steuerung – so gibt es nicht etwa einen Knopf für Tritte, einen für Schläge etc. – sowie die manchmal fehlende automatische Fixierung des Gegners. Alles etwas gewöhnungsbedürftig!

Nach gewonnen Kämpfen erhaltet ihr Gil (Geld), Gegenstände, Erfahrungs- und Fertigkeitspunkte (EXP & FP), die den Level eures Charakters steigen lassen bzw. neue Attacken/Manöver ermöglichen. Hier kommt die Verbindung zum RPG-Genre deutlich zur Geltung. Im Menü könnt Ihr dann auch das Equipment und eure Fähigkeiten sowie die Beschwörungszauber verwalten. Im Shop könnt sind neue Ausrüstungsgegenstände erwerbbar, die sich direkt anlegen lassen. Weiter gewinnt „SP“ mit denen sich unzählige Extras wie etwa neue Kostüme, Sounds uvm. freischalten lassen (an dieser Stelle soll nicht zu viel verraten werden).

Zur Auswahl stehen weiter ein Arcade- und ein Quickbattle-Modus. Natürlich besteht auch die Option gegen Freunde anzutreten. Dafür muss aber jeder ein eigenes Dissidia-Modul besitzen. Auch hier erhält man für gewonnene Kämpfe Geld, EXP, FP und SP.

Das Design

Final Fantasy Dissidia gibt insgesamt eine sehr gute Figur ab – visuell wie auditiv. Die Grafik gehört mit zu dem Besten, was ich bisher auf der PSP gesehen habe. Bunte, feine Texturen,Quelle: http://images3.wikia.nocookie.net/finalfantasy/images/e/e6/Dissidia_Sephiroth_ex.pngweich animierte Modelle und detaillierte wie dynamische Spielarenen verwöhnen das Auge. Es ist eine wahre Freude vor allem die Helden aus 8- und 16-Bit-Zeiten in hochauflösender 3D-Grafik samt Sprachausgabe steuern zu können.

Auch der erstklassige Soundtrack trägt zu einer dichten Final Fantasy-Atmosphäre bei; die musikalische Untermalung wird im Story-Modus dabei dem jeweiligen Spielcharakter angepasst – viele nostalgische Momente sind den Fans der Rollenspiel-Reihe garantiert. Die Präsentation ist somit sehr schick, auf hohem Niveau.

Was allerdings etwas aufstößt: Dissidia macht den gleichen Fehler wie viele andere Beat `em`Ups und nutzt für die Zwischengegener die selben Modelle wie für die Hauptcharaktere – nur das sie anders eingefärbt sind. Man kämpft im Grunde also immer gegen die Gleichen, nur in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Ist es wirklich so schwer und Ressourcen-fressend ein paar eigene Modelle für kleinere und mittlere Gegner einzuprogrammieren? Designs und Vorlagen bietet die Serie ja wohl zu Hauf!

Mein Urteil:

Final Fantasy Dissidia hat mir insgesamt sehr gut gefallen – was zum Großteil an der Präsentation und dem enormen Fan-Bonus lag. Es macht einfach unheimlichen Spaß all die verschiedenen Charaktere auszuprobieren und in Echtzeit zu steuern. Reicht einem das Freispielen von Boni und das Aufleveln der Charaktere als Motivation aus hat man außerdem eine Spielzeit von 100 Stunden+.

Jedoch ist das Kampfsystem nicht auf Anhieb logisch nachvollziehbar – es hätte ruhig etwas intuitiver gestaltet werden können.  Man muss sich erst einarbeiten, der Zugang zum Spiel ist also nicht der Einfachste. Ansonsten ist an der Komplexität nichts einzuwenden, macht sie doch einen Teil der Herausforderung aus.

Eine wirkliche Enttäuschung ist die sehr flache Story. Wenn das Spiel schon mehr als ein Prügelspiel sein will, dann hätte man auch etwas mehr Aufwand in die Handlung investieren können. Die ‚Geschichte‘ vermochte mich jedenfalls nicht zu fesseln. Daneben nervt – wie oben Quelle: http://pspmedia.ign.com/psp/image/article/897/897640/final-fantasy-dissidia-20080808021218429_640w.jpgbeschrieben- immer gegen die gleichen Gegner zu kämpfen. Cooler wäre da der Rückgriff auf bekannte Monster/ Figuren aus dem reichhaltigen Repertoire der RPG-Serie gewesen. Was wohl ein unerfüllter Wunsch bleiben wird:  Zusatz-Charaktere, etwa Barret und Cid aus Teil 7 oder die vielen Nebenhelden aus den anderen Episoden als Download-Content.

Sicher ist : Das Spiel trifft  nicht jeden Geschmack und leidet an ein paar kleineren Macken. Aber es ist alles in allem dennoch sehr zu empfehlen – insbesondere wenn man die ursprünglichen Rollenspiele kennt und eine der besten Performances auf der PSP nicht verpassen möchte. Mein Urteil: Gut!

Final Fantasy Dissidia erschien Ende 2008 in Japan, im  August 2009 in den USA. Die europäische Version kam am  4. September 2009 auf den Markt und kostet 39,95 EUR. Daneben gibt es eine Sammler-Edition für ca. 45 EUR. Dieser sind ein Soundtrack auf Mini-CD, ein  Hardcover-Artbook „The Art of Dissidia: Final Fantasy“(48 Seiten), der offizielle vollfarbige Brady Games Mini Guide (32 Seiten),  sowie zwei exklusive Litographie-Drucke beigefügt. Die Spielzeit beträgt 100 Stunden+.

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3 Kommentare leave one →
  1. Dominique Nguyen permalink
    18/10/2009 10:19

    Sehr informativ! Bitte mehr davon!

  2. Eiki permalink
    18/10/2009 10:56

    Der Bericht ist sehr interessant verfasst. Ich freue mich schon auf die weiteren.

  3. Frog permalink
    18/10/2009 11:50

    Ich stimme Eiki vollkommen zu.
    Der Bericht ist wirklich gut gelungen und viel versprechend. Es reizt mich das Spiel selber zu testen.
    Vielen Dank

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