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Alpha-Spiele: Die spaßigste Reise durch die Zeit…

09/10/2009

REVIEW: Chrono Trigger (SNES/PS1/DS)

Quelle: http://nocommand.osiristeam.net/images/chrono_trigger/chrono_trigger_boxart.jpg

Es gibt Spiele, die setzen Maßstäbe. Spiele, bei denen man sich fragt: warum können nicht alle so sein? Spiele, die tief in den Köpfen und Herzen der Fans verhaftet bleiben. Unter der Überschrift „Alpha Spiele“ stellen wir Euch solche Schätze vor. En detail rücken dabei unsere persönlichen Favoriten, Vorbilder, ja „Über-Spiele“ in den Fokus. Den Anfang macht einer meiner liebsten Klassiker, der gerade dieses Jahr sein Re-Debüt gefeiert hat… 1996 erschien mit Chrono Trigger ein überdurchschnittliches Spiel – eigentlich eines der Besten aus dem Hause Square(-soft, heute Square Enix) sowie für das Super Nintendo überhaupt. Leider jedoch nicht auf dem europäischen Markt. Wie bei so vielen genialen digitalen Kunstwerken der 16-Bit-Ära, blieb uns – vorwiegend wohl aus ökonomischen Gründen –  auch dieses ganz besondere Modul vorenthalten. Ausgenommen waren lediglich die wenigen, oft beneideten Importfreaks der ersten Stunde. Jene Gruppe von arroganten Zockern, die alles schon Monate im Voraus besaßen oder eben an Dinge kamen, die nie in den Wahrnehmungsbereich des normalen Kaufhauskunden rückten. Dies war ihnen aus zweierlei Gründen möglich: Entweder verfügten ihre Eltern über das nötige Kleingeld oder sie selbst waren schon alte genug, einen gehörigen Teil  ihres Einkommens für ein damals noch äußerst exotisches (und gesellschaftliches verpöntes) Hobby verbraten konnten. Nur dieser elitäre Zirkel war es hierzulande möglich, gleich zu Original-Release den glücklichen Japanern und US-Amerikanern gleichziehen. Viele vor allem junge Spieler wussten so nicht einmal von der Existenz dieses Programms oder kannten besten falls Bilder aus der „TOTAL!“ – eigentlich ein Schande. 13 Jahre mussten die Allgemeinheit warten – jedenfalls all jene, die nicht auf die verführerische, aber illegale ROM/Emulator-Lösung aus dem Internet zurückgreifen wollten. Im Frühjahr diesen Jahres war es dann: in einer Neuauflage erschien das Hit-RPG für Nintendos DS. Dabei hat es nichts von seinem Charme sowie Spielwitz verloren. Hier nun eine Lobeshymne auf eine der spannendsten Zeitreisen, die je ein Spielmodul ermöglicht hat….

Die Handlung:

Im Mittepunkt des Abenteuers steht der  titelgebende, junge Held Chrono: Ein rotharrig-stachelfrisierter Jugendlicher, dem eigentlich der Sinn nach allem anderen als nach einer aufreibende, wahrhaft epochalen Reise steht. Auf dem alljährlichen Dorffest trifft er die ebenfalls junge, blonde Prinzessin Marle, die inkognito auf der Suche nach etwasQuelle:http://www.kabeleins.de/imperia/md/images/games_gewinn/gewinnspiele/chrono_trigger/galerie/chrono_trigger_01_500_375_SquareEnix.jpgAbwechslung ist. Gemeinsam mit Chronos guter, bebrillten Freundin Lucca reisen sie eher unfreiwillig per Dimension-Tor durch die Zeit – dieses ist natürlich durch einenKonstruktionsfehler an Luccas selbstgebauter Warpmaschine entstanden. Spätestens jetzt hängt man selbst mittendrin und freut sich darauf immer neue Schauplätze, Gegner, NPCs aber auch Freunde bzw. Partymitglieder zu entdecken. Zu Letzterem zählen weiter ein Frosch-gewordener Ritter, ein freundlicher Kampfroboter namens Robo sowie eine knapp bekleidete Steinzeitfrau, genannt Ayla. Und nicht zu vergessen Magus, der vom fiesen Obergegner zum coolen, Sense-schwingenden Badguy der Truppe wird.

Während des Spiels besucht Ihr –welch Überraschung – unterschiedliche Epochen von derQuelle: http://thatsgames.com/blog/wp-content/uploads/crono.jpg Steinzeit bis in die ferne Zukunft; allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge.  Schwertschwingend rettet Ihr die Prinzessin, erlebt einen Krieg zwischen Menschen und Monstern, fahrt futuristische Wettrennen in einer apokalyptischen Trümmerwelt, besucht einen fliegenden Kontinent uvm. Im Verlauf der spannenden Geschichte, die eine Vielzahl von Subquest und -Handlungssträngen umfasst, gelangt Ihr sogar bis zum „Ende der Zeit“. Von hier aus bereitet  Euch dann auf den letzten Kampf zur Rettung der Welt vor.

Bedient sich das Spiel zwar einiger gängiger Klischees, ist die Handlung mit vielen Überraschungen und Wendungen gespickt – stets bleibt man motiviert weiterzuspielen. Vor allem der humoristische Aspekt und das gelungene Charakterdesign tragen einen nicht zu verachtenden Teil dazu bei.

Die Spielmechanik:

In vielerlei Hinsicht ist Chrono Trigger ein klassisches Konsolen-RPG aus Japan: so steuert Ihr Euren Charakter samt Anhang über eine Weltkarte zu verschiedenen Arealen, wie Städten, Schlösser, Dungeons usw. Hier könnt Ihr NPC ansprechen, Shops aufsuchen,Quelle: http://www.gameguru.in/images/chrono-trigger-ss1.jpgMinispiele ausprobieren und / oder Monster bekämpfen. Außerdem gibt es haufenweise Extras zu entdecken. Die Dialoge sind einfallsreich gestaltet und ermatten nicht gleich 08/15 Plattitüden.

Verschiedene Menüs geben Euch Übersicht und Infos zu den Charakteren, der Ausrüstung, Eurem Inventar usw. Im Weltkarten-Modus  sowie an bestimmten Stellen könnt Ihr das Spiel speichern und besondere Gegenstände wie etwa Zelte (zur vollständigen Regeneration der Truppe) verwenden.

Chrono Trigger bietet Euch die Möglichkeit vor Spielstart zwischen aktivem und rundenbasierten Kampfsytem auszuwählen. Wählt Ihr Ersteres, so ist im Kampfmenü immer der jenige Charakter an der Reihe, dessen ATB-Leiste sich zu erst auffüllt – in etwa Quelle: http://www.consoleclassix.com/info_img/Chrono_Trigger_SNES_ScreenShot3.jpgvergleichbar mit Final Fantasy 7.  Im Gegensatz zu anderen genretypischen Rollenspielen  gibt es keine Zufallskämpfe – die Gegner sind auf den Maps immer direkt sichtbar. Ein Pluspunkt, können unerwartete/ungewollte Kampfsequenzen in anderen Spielen schon mal lästig werden. Neben normalen Attacken besitzen alle Charaktere unterschiedliche Spezialeigenschaften: z.B. lernt Chrono etwa verschiedene Schwert-Techinken, Marle Heilmagien und Lucca immerstärkere Pyroeffekte. Hochgelevelten Kämpfern steht so eine ganze Bandbreite von schlagkräftigen Spezialattacken zur Verfügung. Die Besonderheit: die Spezial-Attacken lassen sich mit denen anderer Partymitglieder zu noch effektiveren Angriffen kombinieren – dadurch gewinnen die Kämpfe an taktischer Tiefe. Zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel könnt Ihr Eure Party frei zusammenstellen und so schon von vornherein Eure Kampf-Strategie bestimmen. Für gewonnen Kämpfe erhält man Geld, Gegenstände und natürlich Erfahrungspunkte – es ist ein Aufstieg bis Level 99 möglich.

Das Design:

Das Spiel punktet mit seiner bunten 2D-Anime-Grafik für dessen Design damals eigens Manga-Guru  Akira Toriyama (Dragonball) betraut wurde. Die einzelnen Sprites sind flüssig animiert und mit vielen Details versehen; verschiedene Emotionen/Reaktionen etwa während der Dialoge werden witzig in Szene gesetzt und steuern zur Unterhaltsamkeit bei. Fein gezeichnete Landschaften und Hintergründe werden durch viele kleine Animationen lebendig. Die Gegnerschaft gestaltet sich abwechslungsreich und die Endbosse Quelle:http://1.bp.blogspot.com/_NC8pg1LEFGQ/SelT1fBc-tI/AAAAAAAAATs/86g17EKD56c/s400/Chrono_Trigger_Giga_Gaia_Fight.pngerreichen beeindruckende Ausmaße – optisch stilsicher in Szene gesetzt. Allein grafisch gehört ChronoTrigger so zu den Besten Spielen, die je für  das SNES programmiert worden sind.  Auch heute versprüht es auf Nintendos DS  seinen Charme und braucht sich nicht  hinter 3D-Titeln verstecken. Das liegt zu  einem großen Teil an sympathischen den  Hauptcharakteren – ihre Eigenheiten und  Hintergrundgeschichten verliehen Ihnen  trotz der Comic-Haftigkeit  sogar eine  gewisse Tiefe.  Den Neuauflagen für PS1  und Nintendo DS sind kurze Anime-  Sequenzen bei gefügt, die  Schlüsselmomente der Handlung zeigen.

Das positive Gesamtbild wird durch eine eingängige, stimmige Musikkulisse abgerundet. Die Melodien sind hübsch komponiert und sind der jeweiligen Umgebung angepasst. Auch an den Soundeffekten gibt es nichts auszusetzen: Glockengeläut, Vogelgezwitscher scharfer Schwertstreich – alles dabei.

Fazit:

Aus meiner persönlichen Affektion mache ich keinen Hehl: Chrono Trigger hat für mich alles, was zu einem klassischen Japano-Konsolen-Rollenspiel gehört: ein witziges und symapthisches Charakterdesign, wunderschöne Sprite-Grafiken mit tollen Effekten, abwechslungsreiche, stimmungsvolle Musik, eine spannende wie unterhaltsame Story, ein durchdachtes, motivierendes Spielsystem und vieles – glaubt mir- vieles mehr. Es kann gewissermaßen als Epitom, als ein Aushängeschild seines Genres angesehen werden. Sicherlich sehe ich das auch so, weil ich ein großer Fan dieser Spielgattung bin – aber auch jeden anderen Interessenten der Videospielkunst sollten Chrono und seine Freunde überzeugen.  Es sei denn, man kann RPGs, 16-Bit-Games und Anime überhaupt nichts abgewinnen…ansonsten Urteil: SEHR GUT!

Chrono Trigger erschien erstmals am 11. März 1995  in Japan, im August des selben Jahres dann in den USA. 1999 und 2001 erschienen in beiden Ländern Neuauflagen für Sony Playstation/PS1. Seit dem 6. Februar 2009 (in Japan und den USA bereits seit 2008) ist es für 39,95 EUR für den Nintendo DS erhältlich. Das Spiel ist komplett in Englisch, die Gesamtspieldauer liegt bei ca. 35 Stunden+. Nur Einzelspieler.

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2 Kommentare leave one →
  1. Chrono permalink
    30/10/2009 09:27

    Das ist eines der besten Spiele aller Zeiten!
    Kompliment an den Autor, eine super tolle Review.

Trackbacks

  1. Geschichte der RPGs Teil 1: Die Ära der 2D-Konsolen-RPGs «

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